Lebenszeugnis Sue Paul
Sue Paul (Toledo)
DIE LETZTEN WORTE DAVIDS
2.Sam 23,1-5;8a
TEIL 1: DAVIDS IDENTITÄT BESTAND IN DER GNADE GOTTES
Am Ende eines Lebens war David wirklich verantwortlich für seine Gedanken. David beschreibt sich in 2.Sam 23,1 selbst, indem er sagte: „Es spricht David, der Sohn Isais, es spricht der Mann, der hoch erhoben ist, der Gesalbte des Gottes Jakobs, der Liebling der Lieder Israels …“ David erinnerte sich an einen bescheidenen Anfang als achter Sohn von Isais acht Söhnen. Als Jüngster hatte er keine Chance, groß zu werden. Er erkannte an, dass Gott ihn erhoben, verherrlicht und gesalbt hat. Er verstand Gottes unverdiente Gunst und antwortete darauf, indem er Gott durch Lieder lobpries.
Meine Anfänge waren auch ziemlich bescheiden, als mittleres Kind in einer Familie der gehobenen Mittelklasse. Mein Vater war ein extrem gläubiger Mann. Solange ich mich zurückerinnern kann, war ich ein Christ und wusste, dass Jesus mein Retter war, weil er für meine Sünden am Kreuz gestorben war. Aber ich war extrem schüchtern und einsam. Ich hatte nicht viele Verabredungen und erkannte, dass dies sowieso eine lächerliche Art war, einen Partner zu finden. Ich übergab meine Heiratsaussichten Gott, und er sandte sofort meinen wunderbaren Jim. Das Leben wurde aufregender. Aber unser Leben war familienzentriert, und unser Einflussbereich war ziemlich begrenzt.
Dann, im Alter von 44 bzw. 43 Jahren, kamen Jim und ich zu UBF, weil unsere Kinder dort teilnahmen. Ich musste diese Gemeinde prüfen, um sicher zu gehen, dass sie von ihrer Grundlage her einwandfrei war. Sie war es. Ich mochte sie und blieb, und Jim kam kurz danach. Jim und ich wurden zu einem einzigartigen Problem für die UBF Toledo Studentengemeinde. Was sollten sie mit Eltern anfangen, die dabei blieben? Welche Rolle könnten sie möglicherweise ausfüllen?
TEIL 2: DAVIDS BEZIEHUNG ZU GOTT UND ZU SEINER FAMILIE
Gott konnte David erhöhen, weil David auf Gott hörte und seiner Orientierung folgte. Die Vere 2 und 3 sagen: „Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und sein Wort ist auf meiner Zunge. Es hat der Gott Israels zu mir gesprochen, der Fels Israels hat geredet …“ Das ist das Geheimnis der erfolgreichen Leiterschaft Davids. Er erkannte an, dass er nichts selbst machen konnte und folgte Gottes Orientierung. Er dachte über Gottes Wort nach und erlaubte Gott, durch ihn zu sprechen. Wir wachsen als Leiter, indem wir Gottes Wort hören und an seiner Vision und seinem Plan für uns festhalten, denn allein Gott kann uns erhöhen und andere durch uns.
David hat nicht alles richtig gemacht. In seinem Leben gab es viele Höhen und Tiefen. Seine Familie litt tatsächlich unter vielen tragischen Ereignissen, doch David konnte Gottes Wirken in seiner Familie immer noch sehen und darauf vertrauen. Wenn Jim und ich über unseren Platz im Werk von UBF nachdenken, sind wir weiterhin ziemlich einzigartig. Wir kamen wegen unserer Kinder, doch letzte Jahr, als unsere Kinder gingen, blieben wir. Wir verstehen ihre persönliche Entscheidung, aber wir sind nicht damit einverstanden. Wir gehören zu UBF und wir können ihnen am besten helfen, indem wir in unserem Glauben fest stehen. Diese Gemeinde hat unsere ganze Familie gerettet. Erst durch UBF erkannte ich, dass Jesus nicht nur mein Retter, sondern auch der Herr und Eigentümer meines Lebens ist. Durch Eph 2,10 empfing ich meine Berufung, indem ich sah, dass Gott für spezifische gute Werke zuvor bereitet hat, die ich tun soll, und darum nahm ich die Studentenmission an. Bei UBF spricht Gott Woche für Woche zu mir, und dort kann ich Gottes Werk weltweit praktisch voranschreiten sehen, so wie ich hier bin und die Vorbereitungen für die Konferenz zum 40jährigen Jubiläum der Europamission nächsten Sommer sehe. Wie aufregend!
Jim und ich studierten Gottes Wort ernsthaft und wuchsen und beteiligten uns. Gott ließ Jims und mein Niveau der Hingabe und die Gelegenheiten, gemeinsam zu dienen, wachsen. Jim wurde ein Kreisleiter und wir setzen uns kontinuierlich für das Zweierbibelstudium sowohl mit unglaublichen Schafen als auch mit vielen Collegestudenten ein. Jim dient KBF und ich diente zehn Jahre lang JBF. Jim macht die Hochzeitsfotos für unsere Paare in Toledo und ich nähe die ?? Hochzeitsspruchbänder und dekoriere die Kirche. Wir haben seit 20 Jahren keine Konferenz verpasst und bekamen den Segen, an anderen Konferenzen in Deutschland, Russland, Korea und Argentinien teilzunehmen. Ich konnte auch mein Englisch-Studium gebrauchen, um als Korrektorin für die Botschaften, einige Doktorarbeiten und Bibelstudiumsmaterial gebraucht zu werden. Jim und ich nahmen an Theaterstücken und Chören teil und unterhielten Gäste. Es schien, dass Gott jedes Talent, das er uns gegeben hatte, gebrauchte. Das erweckte den persönlichen Wunsch in mir, mehr gelernt zu haben, damit ich mehr gebraucht werden könnte. Unser Leben waren aufregend und lohnend, und Gott half uns, reiche Beziehungen zu entwickeln. Das ist alles Gottes Gnade.
Dennoch hatten wir, wie König David, viele Höhen und Tiefen, und Gott hat uns durch Widrigkeiten und Kämpfe trainiert. Wir haben das Gefühl, dass unsere Rolle nun sein wird, das Alter zu pionieren. Zehn Jahre älter als die meisten Leiter, sind wir ihnen vorangegangen beim Umgang mit Teenagerkindern, bei der Begegnung mit großen Gesundheitproblemen ( wie meinem Krebs), bei Jims unerwartetem Renteneintritt und indem wir lernen, unseren Lebensstil zu ändern, um den wachsenden physischen Beschränkungen des höheren Lebensalters entgegenzuwirken.
Unser erster großer Kampf fand mit unserem zweiten Sohn statt. Unser älterer Sohn, Trent, gehorchte uns fast zu sehr. Darum dachte ich, Eltern zu sein wäre leicht. Doch dann wollte unser jüngerer Sohn sich herumtreiben, Drogen probieruen und mit kaputten Typen herumhängen, obwohl ein IQ extrem hoch ist. Es war niederschmettern, ihn sein Leben und seine Gesundheit ruinieren zu sehen. Hilflos mussten wir mit ansehen, wie er Tag für Tag langsam starb. Einige Leiter, die selbst keine Teenagerkinder hatten, rieten uns, ihn aus dem Haus zu werfen. Die Ideologie der damaligen Zeit wurde „harte Liebe“ genannt. Aber M. Paul Hong sprach mit uns, hörte uns zu und unterstützte uns. Ich sagte ihm, dass wenn meinem Wade etwas zustoßen würde, wenn er selbst gewählt hätte, von zuhause wegzugehen, ich es verkraften könnte, weil es seine Wahl gewesen war. Aber wenn er zuhause sein wollte und wir würden „Nein“ sagen und es würde ihm etwas zustoßen, wäre ich niemals in der Lage, mir selbst zu vergeben. Ich würde mich niemals davon erholen. Er sagte, dass wir gewählt hätten, ihn mit bedingungsloser Liebe zu lieben. Während dieses 15 Jahre dauernden Kampfes hielt er die Tür zu UBF offen. Das war die Rettungsleine für unseren Wade. Schließlich war es die bedingungslose Liebe, die Wade lernte. Er sagte: „Ich habe niemals an reine Liebe geglaubt. Du bekommst immer eine Gegenleistung. Aber ich war so unangenehm für Dich und Papa, und doch standet ihr mir bei. Ich musste annehmen, dass Gott uns bedingungslos liebt.“ Er ist jetzt ein sehr liebevoller, aufmerksamer, hilfsbereiter und verantwortungsbewusster 36 Jahre alter Sohn und Familienvater.
Ein anderer großer Kamf war, dass 2004 gerade vor der Internationalen Konferenz Brustkrebs bei mir diagnostiziert wurde. Ich schaffte es, meine Operation zu verschieben, denn ich wusste, dass ich diese Konferenz brauchen würde, um mich auf den darauffolgenden Angriff auf meinen Körper und meinen Glauben vorzubereiten. Die Diagnose nach der Operation schien nicht gut zu sein. Als meine Schwiegertochter, eine Ärztin, hörte, dass ich negative Werte hatte, schaute sie mich mitleidig an und sagte: „Oh Sue, das tut mir so leid!“ Ich wusste, dass sie zum Teil an Trent dachte und dass er seine Mutter verlieren würde. Ich fragte mich, wie viel Zeit mir noch blieb. Ich war gezwungen, zum Tor des todes zu gehen und hineinzuschauen. Aber ich hielt an Psalm 139,16b fest, der sagt: „Alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.“ Es war offensichtlich: Wenn Gott souverän ist, weiß er alles. Ich nahm an, dass Gott einen perfekten Plan für mein Leben hat und dass ich mittendrin war. Ich würde keinen Tag früher oder später sterben, als er angeordnet hatte. Daher war alles, was mir bevorstand, in Ordnung. Diese Überzeugung half Jim und mir durch 130 Behandlungstermine, einschließlich 6 Operationen, 6 Chemotherapiesitzungen ebenso wie 34 Bestrahlungen, 23 Herceptin- und 22 Lymphödembehandlungen.
Während dieser harten Zeit, ging Jim durch eine ebensolche Herausforderung, als seine geliebte Firma unter ihm weg verkauft wurde. Er hatte das Gefühl, seine Firma und seine Frau im gleichen Jahr zu verlieren. Doch Gott antwortete auf unsere Gebete für meine vollständige Heilung und ich bekam eine überraschende „Sie sind geheilt“-Diagnose. Mein Jim denkt ständig daran , Gott zu danken, dass er mich geheilt hatte, aber ich wollte den Krebs vergessen und einfach weitermachen. Ich denke, das ist der Grund, warum ich diesen nervigen Kompressionsstrumpf tragen muss. Er wurde meine ständige Erinnerung an Gott und mein Bindeglied zu anderen Frauen, die durch den verheerenden Krebs gehen. Gott hat mich zu einem wandelnden Zeugnis des Glaubens an seine Gnade und Barmherzigkeit geacht. Jim und mein Glaube an Gttes Güte und Souveränität waren versucht, geprüft und für echt befunden worden.
Wenn also Mitarbeiter in ihren 40ern und 504ern neuen Herausforderungen begegnen, spüren wir, wie wir un mit ihnen identifizieren und viele ihrer Probleme verstehen können. Jetzt pionieren wir die 60er. Wir wissen nicht, was die Zukunft für uns bereithält, aber wie König David halten wir uns an Gottes Verheißung seines ewigen Bundes und können vertrauensvoll sagen: „Ist nicht mein Haus fest bei Gott? Hat er mir nicht einen ewigen Bund gesetzt, in allem wohlgeordnet und gesichert? Wird er nicht mein Heil und all mein Begehren gedeihen lassen?“ Das ist das gesegnete Leben und die Sicherheit, die wir haben, wenn wir bis zum Ende mit Gott wandeln.
TEIL 3: DAS LEBEN JENSEITS DER 60 – LEBEN MIT LETZTEN WORTEN IM SINN
Wie warden nun Jim und ich mit dem Rest unserer Tage umgehen? Kürzlich dachte ich, dass ich meine spezifische Nische in Gottes Werk gefunden habe. Statt fischen zu gehen und Studenten als Jünger aufzustellen, würde ich mit Dr. Paul Hong Bibelstudiumsmaterial korrigieren, das Hausgemeinden zur Verfügung gestellt werden könnte, damit sie es für die Jüngererziehung gebrauchen. Ich bin immer noch aufgeregt wegen dieser Orientierung, aber ich sehe auch, dass Jim und ich weiter aktiv am Zweierbibelstudiumswerk beteiligt sein sollen, da Gott unseren Kreis hat wachsen lassen. Dr. Bruce und Hirtin Tammy Kwiatkowski waren 5 Jahre von UBF weg gewesen, aber hatten die tiefen Bibelstudien und das Stellungnahmeschreiben und –austauschen vermisst, und auch als Mentoren durch das Zweierbibelstudium guten Einfluss auszuüben. Sie sind großartige Mitarbeiter in unserem Gebetsdienerkreis geworden, und Dr. Bruce hat über ein Jahr einen Studenten von der University of Toledo geweidet. Stephen, unser Student aus Ghana, wird diesen Herbst seinen Bachelor machen und seinen Master anfangen. Seine Frau Naa, die sich uns letzte Weihnachten anschloss, wird auch studieren. Sie waren eine Freude auf der Konferenz und ermutigen die Mitarbeiter. Der Mehr als Überwinder-Kreis fragte, ob sie sich mit uns zusammen treffen könnten, und Gott stärkt uns gemeinsam, wenn wir Herausforderungen und Problemen gegenüberstehen. Als Leiter wachsen bedeutet einfach, dass wir in eine bessere Position hineinwachsen, in der wir anderen dienen können. Es bedeutet, willens zu sein, von Gott gebraucht zu werden.
Wie werde ich nun meine Tage beenden? Was werden meine letzten Worte sein? Ich habe darüber schon nachgedacht, indem ich ein Buch darüber geschrieben habe, wie man Krebs mit Glauben begegnet. Darin ermutigte ich die Leser, ein Erbe zu hinterlassen, nämlich niederzuschreiben, was sie in ihrem Leben gelernt haben, und insbesondere Worte des Glaubens weiterzugeben. Ich schrieb: „Ungeborene Generationen hängen vom Glauben dieser Generation ab. Worte des Glaubens werden die Saat des Glaubens in andere einpflanzen, die zu der Größe heranwächst, die für die spezifischen zukünftigen Herausforderungen dieser einen Person erforderlich ist.“ Meine permanente Orientierung ist, demütig und treu bis zum Ende mit Gott zu wandeln.
Die Dinge, von denen ich hoffe, dass ich die Gelegenheit haben werde, sie anderen als meine letzten Worte zu sagen, sind:
1. Wie Jakob in Gen 48,15 möchte ich ausdrücken, dass Gott mein Leben lang mein Hirte gewesen ist bis auf diesen Tag
2. Wie Jesus möchte ich sagen: “Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.” Unser Leben Gottes Fürsorge anzuvertrauen ist unsere letzte Tat des Glaubens.
3. Ich möchte diejenigen, die ich liebe, ermutigen, treu zu bleiben und bis zum End emit Gott zu wandeln, sodass wir im Reich Gottes wieder vereint sein warden.
EIN WORT: Vertraue auf Gott und wandle bis zum Ende treu mit ihm
GEBETSANLIEGEN:
1. Weiter auf Gott vertrauen und bis zum Ende mit ihm wandeln
2. Meine Einsatzmöglichkeiten und Hirtenherz für verlorene Studenten steigern
3. Gott treu dienen, sodas mein Haus bei Gott fest ist und dass meine leiblichen und geistlichen Kinder Gottes Weltmissionsziel gemeinsam mit Jim und mir und darüber hinaus dienen
