Bericht Bibelschule Israel
Bericht über die Reise zur Bibelschule nach Israel
Leitwort: Markus 6,37a
„Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen!“
Dank sei Gott, dass er die Bibelschule in Israel durch sein lebendiges Wort reich gesegnet und die Veränderungsmacht Jesu unter den jüdischen Studenten offenbart hat. Dank sei Gott, dass er mir durch diese Missionsreise die kostbare Gelegenheit schenkte nicht nur das heilige Land zu besuchen, sondern auch neue Vision zu empfangen und meinen Geist zu erneuern.
Am Samstag abend, 29. November 2008 wurde unser Missionsreiseteam mit dem Gebet aller unserer Mitarbeiter nach Israel ausgesandt. Es war eine historische Missionsreise, die erste in ein Land im Nahen Osten!
Am Samstag abend um 22:45 Uhr startete unsere Missionsreise mit dem Nachtflug von Frankfurt nach T. A. M. J begrüßte uns herzlich und wir fuhren in den frühen Morgenstunden nach Modi’in, einer Siedlung, die auf halber Strecke von T. A. nach Jerusalem liegt.
Am Sonntag morgen stellten wir dann fest, dass wir durch unsere Ankunft im jüdischen Israel einen ganzen Tag verloren hatten. Die amtliche Arbeitswoche beginnt in Israel mit dem Sonntag (hebräisch „Jom Rischon“, „Erster Tag“), als dem ersten Tag der Woche, somit hatten wir das feiern des SGD in der vergangenen Woche verpasst. Aber am gleichen Abend sollte um 18.30 Uhr die Bibelschule in T. A. stattfinden. M. J. hatte dazu seine Hoffnungsträger N. und Na. sowie zur Unterstützung einige koreanische Christen und einige messianische Juden eingeladen.
Am ersten Abend, der Bibelschule in T. A. nahmen 20 Erwachsene Teil: 9 in Israel lebende Koreaner, 7 Juden, unser 3 köpfiges dt. Missionsreiseteam und 1 Amerikaner. M. J. hatte für die Bibelschule den Text aus Joh 2,1-11 gewählt um durch die Veränderung von Wasser in Wein, bei der Hochzeit in Kana, die Veränderungsmacht Jesu zu bezeugen. Er veranschaulichte mit der entsprechenden chemischen Formel den Unterschied zwischen Wasser und Wein. Um so mehr offenbarte er dadurch die Veränderungsmacht Jesu, der Wasser in Wein verwandelte. Die Juden scheinen auch unveränderlich zu sein und es ist eine große Herausforderung, der Judenmission zu dienen. Jesus aber hat die Macht auch die Juden zu verändern, so dass sie ihre Herzen für Jesus öffnen und Jesu Veränderungsmacht in ihrem Leben erfahren dürfen.
Anschließend hörten wir ein Glaubenszeugnis von J. Er ist Amerikaner und lebt mit seiner Frau und 3 kleinen Kindern in Israel. Er studiert an der Uni T. A. und sein Anliegen ist es für Israel zu beten und den Juden irgendwie Jesus zu bezeugen. In seinem Glaubenszeugnis bezeugte er, wie er unter schwierigen Bedingungen und verworrenen Familienverhältnissen aufwuchs. Er konnte nur den Fußtapfen seiner Familie folgen und zu einem alkohol- und drogenkonsumierenden Kriminellen werden. Er hat ein klares Zeugnis, wie Gott ihn als einzigen aus seiner Familie herausgenommen hat, um ihn zu Jesus zu führen und ihn zu einem Segen zu machen. Er bezeugte durch sein Leben, dass Jesus allein die Macht hat einen Menschen zu verändern.
Die Judenmission ist eine sehr schwierige Mission. Aus jüdischer Sicht gibt es ganz klare Punkte, warum es unmöglich ist für Juden an Jesus zu glauben. Darum warten sie bis heute auf den verheißenen Messias. Die Juden, die sich zu Jesus bekehren, sie nennen sich dann messianische Juden oder Juden für Jesus erfahren im alltäglichen und öffentlichen Leben viele Nachteile und Verfolgungen. Wenn ihr Glaube an Jesus, an Jeschua ha Maschiach, wie Jesus auf hebräisch heißt, bekannt wird, müssen sie damit rechnen im Beruf, in der Schule, an der Uni viel schlechter gestellt zu werden als vorher. Darum bleiben wirklich nur diejenigen, die starken Glauben an Jeschua ha Maschiach haben oder die eine klare Mission empfangen haben, in Israel. Andere gehen wegen der Verfolgungen ins Ausland.
Wie wir im Täglichen Brot am Montag, 1. Dez., (Klagelieder 1,24) gelesen haben, tragen die Juden ein schweres Joch ihrer Sünde und es gibt keinen Ausweg und keine Rettung. Aber unsere kostbaren Mitarbeiter, M. J. und seine Frau, kämpfen seit mehr als 10 Jahren dafür, Jeschua ha Maschiach unter den Juden zu verkündigen, der gekommen ist, das Joch der Sünde von den jungen Menschen in Israel zu nehmen. Wenn sie Jesus annehmen und Jesu Joch auf sich nehmen, dürfen sie frei werden und Jesu Joch, seine Mission, auf sich nehmen und mit der absoluten Daseinsbedeutung und im wahren Frieden leben.
M. J. und seine Frau haben in diesem Jahr praktisch gekämpft ihren Geist zu erneuern. Ich habe im vergangene Jahr selber an der Middle East Konferenz teilgenommen und erfahren, wie die Mitarbeiter, die der Moslemmission dienen, wegen der christenfeindlichen Umgebung entmutigt und niedergeschlagen sind. Aber M. J. und seine Frau haben dies überwunden, indem sie ein treues, intensives Gebetsleben um 4 Uhr morgens begonnen haben. Statt beim Gebet länger einzuschlafen, kämpfen sie mit Lobgesang und Tränen vor Gott. Dadurch haben sie neue Kraft, Zuversicht und Hoffnung für die Veränderung Israels zur priesterlichen Nation und zum heiligen Volk empfangen. Sie kämpfen für die Pionierung der Universität Jerusalem mit etwa 20.000 Studenten und der Pionierung der Universität Tel Aviv mit etwa 28.000 Studenten. Insgesamt gibt es in Israel etwa 216.000 Studenten an 8 Universitäten. Sie haben sogar die Vision und klares Gebetsanliegen den SGD mit 200 Teilnehmern zu feiern.
Am Montag abend fand dann die zweite Bibelschule in Jerusalem statt. M. J. hatte V. und A. dazu eingeladen. Er hatte einen Gottesdienstraum mitten in Jerusalem für einen Tag von der dortigen koreanischen Kirche gemietet. An diesem Abend durften wir 11 der insgesamt 17 vorhandenen Stühle füllen. An diesem Abend nahmen 4 Koreaner, 3 Juden, 1 Amerikaner und unser 3-köpfiges deutsches Missionsreiseteam teil. Das Thema war gleich. M. J., der sonst einen eher ruhigen Eindruck macht, war voller Geist und Begeisterung, als er bezeugte, dass wir durch Glaube plus Gehorsam, Jesu Wunder erfahren dürfen. Er lud alle Teilnehmer ein, die Veränderungsmacht von Jeschua ha Maschiach zu erfahren. Wir beteten für V., der an der Bibelschule teilnahm, dass Gott sein Herz öffnen möge, so dass er Jesu Veränderungsmacht erfahren darf.
Anschließend stellte J. vor dem Vortrag seines Glaubenszeugnisses die Frage, ob Jeschua, der vor 2000 Jahren Wunder tat, dies auch heute noch tut? Durch sein Glaubenszeugnis bezeuge er klar, dass Jesus auch heute die gleiche Macht hat. Wir beteten besonders für V., der an diesem Abend an der Bibelschule teilnahm und großen geistlichen Wunsch bekommen hat, dass Gott sein Herz weiter öffnet und er Jesu Veränderungsmacht erfahren darf.
Am Dienstag fuhren wir Richtung Norden, nach Galiläa, zum See Genezareth, vorbei am Berg der Verklärung zu den Stätten, wo Jesus wirkte. Der See Genezareth, liegt in einer Talsenke 200 m unter dem Meeresspiegel. Der See lag friedlich und ruhig da, umgeben von hohen Bergen. Auf dem gegenüberliegenden Ufer sahen wir die malerische Landschaft der Golanhöhen. Es war wie im Traum: hier war der Ort, wo Jesus auf dem See ging, den Sturm stillte, die 5.000 speiste und Petrus dreimal fragte: „Hast du mich lieb?“. Es war einfach überwältigend, daran zu denken, dass vor 2000 Jahren, unser Herr Jesus hier über die Hügel und Berge gezogen, auf dem See gefahren und sein messianisches Werk getan hat. Wir besuchten die Brotvermehrungskirche, wo Jesus die 5.000 gespeist hatte und die „Saint Peter Church“, wo Jesus gemäß Joh 21 den Jüngern zum dritten Mal nach seiner Auferstehung erschien und ihnen mit dem leckeren Frühstück gediente und die Liebesbeziehung zu Petrus wieder hergestellt hatte. M. J. lud uns zum Mittagessen, direkt am See mit leckerem Petrusfisch und Pitta ein – wie einst Jesus mit seinen Jüngern! Da wurden unsere Herzen bewegt.
Anschließend besuchten wir die Ausgrabungen von Capernaum, wo Jesus hauptsächlich in diesem Gebiet gewirkt hat. Auf dem Berg der Seligpreisungen, wo jetzt ein wunderschöner Garten mit einer kleinen Kirche angelegt ist, proklamierten wir die Seligpreisungen Jesu in Richtung des Sees in Hebräisch, Koreanisch und Deutsch. Vorbei an Tiberias, der größten Stadt am See Genezareth, fuhren wir nach Kana. Dort besuchten wir die „First-Miracle-Church“. Dieser Teil Israels ist hauptsächlich von arabischen Juden bewohnt. In unmittelbarer Nähe der „First-Miracle-Church“ gab es eine Moschee. So wie hier und in der ganzen Gegend machen die Juden ein Geschäft damit, Eintrittsgelder zu kassieren und Souvenirs zu verkaufen. Aber mit Jesus selber wollen sie absolut nichts zu tun haben. Nazareth ist ebenfalls heute ein große, geschäftige Stadt. Die „St. Gabriels Church“, ist ein Touristenmagnet. Während drum herum in Nazareth alle Straßenschilder und Geschäftsbezeichnungen ausschließlich in arabischer Sprach waren – in den andere Städten waren sie auf Hebräisch und Arabisch – .
Am Mittwoch Vormittag hatten wir die Gelegenheit Jerusalem, besonders die Altstadt, zu besuchen. Wir fuhren direkt zum Ölberg und gingen in den Garten Gethsemane. Dort gibt es verschiedene kleine Kirchen: an dem Ort wo Jesus betete, dort wo Jesus gefangen genommen wurde usw. Hoch oben auf dem Ölberg – von dort schaut man auf den Tempelberg Jerusalems, die Altstadt mit der alten Tempelmauer und der Klagemauer herab. Wir besuchten das Haus, in dem Jesus die Jünger das „Vater Unser“ gelehrt hatte, welches in 70 Sprachen an den Wänden zu sehen war. Wir stiegen den Ölberg bis zur Kuppe hinaus, wo wir auf dem Ort standen, an dem Jesus nach seiner Auferstehung gen Himmel aufgefahren ist. Anschließend zogen wir die steile, enge Straße herab, auf der Jesus einst unter dem Jubel der Menge, die „Hosianna“ rief, in Jerusalem einzog.
Anschließend stiegen wir auf den gegenüberliegenden Tempelberg mit der Altstadt. Dort folgten wir der VIA DOLOROSA, von dem Ort wo Jesus verurteilt und ausgepeitscht wurde, über den Weg, wo er dreimal hin fiel, Simon von Kyrene ihm die Last des Kreuzes tragen half, bis hin nach Golgatha und zum Grab Jesu.
Dies alles sind wunderbare Stätten der Erfüllung der Verheißungen Gottes und der Weg der Schmerzen, die Jesus für unsere Sünde auf sich genommen hat. Heute sehen diese historischen Plätze längst anders aus, sie sind geschäftige arabische Märkte und eine große Orthodoxe Kirche, in der man vor lauter Ikonen, Räucherstäbchen und Menschengetümmel nicht atmen kann. Viele „Pilger“ aus aller Welt kommen Tag für Tag dort hin, aber die Juden sind außer dem geschäftlichen Gewinn durch den Tourismus, daran weder interessiert noch irgendwie beteiligt.
Durch die Reise nach Israel haben ich klar erkannt, wie die Juden ohne Jesus leben und ein schweres Joch der Sünde tragen, während sie so viele Zeugnisse noch um sich herum haben. Gemäß J., waren sie mit dem Joch ihrer Sünde so schwer beladen, wegen ihres Ungehorsams. Sie hatten die Worte der Propheten nicht hören wollen. Heute behaupten die Juden sogar, dass das Neue Testament gemäß dem Alten Testament geschrieben sei, damit die Prophezeiungen über den Messias auf Jesus zutreffen würden. Sie haben keine Einsicht und leben unter ihrem schweren Joch. Seit seiner Gründung im Jahre 1948 ist Israel immer ein aktueller Kriegsschauplatz gewesen, bis heute. In Israel gilt die Wehrpflicht für Männer (3 Jahre) und Frauen (2 Jahre) und nach dem Grundwehrdienst gilt es jedes Jahr mindestens einen Monat Reservistendienst zu leisten. Auf diese Weise ist die Israelische Armee eine der stärksten streitbaren Mächte jener Region und immer in vollem Umfang einsatzbereit. Die Israelische Armee hat eine aktuelle Präsenz von 160.000 Männern und Frauen, die jederzeit auf 800.000 gut ausgebildeter Soldaten aufgestockt werden kann. So konnten sie sich bis jetzt in der arabischen Welt behaupten, obwohl die Arabischen Staaten Israel seit seiner Gründung aus der Landkarte auslöschen wollten. Es ist ganz normaler Alltag, dass an wichtigen Orten und Plätzen in der Stadt Militärpräsenz herrscht. Junge Mädchen stehen mit Maschinengewehren wie selbstverständlich am Straßenrand und patrouillieren oder stehen wütenden Demonstranten auf der anderen Straßenseite gegenüber. Vor jedem Supermarkt gibt es mindestens 2 bewaffnete Sicherheitskräfte, denen man unaufgefordert seine Taschen öffnen muss, um sie nach Waffen durchsuchen zu lassen – all das haben wir gesehen.
Dieses Land braucht die hingebungsvollen Knechtes Gottes, wie M. J. und seine Frau, die bereit sind, Gottes Wort klar zu verkündigen und zu bezeugen, angefangen von Jesu Veränderungsmacht aufgrund Johannes Kap. 2. Die Judenmission ist doch möglich, dies hat Jesu Veränderungsmacht klar offenbart. Das Pionierungswerk in Israel ist möglich durch die Zusammenarbeit und geistliche Einheit der Christen und messianischen Juden.
Durch diese Reise durfte ich nicht nur den Boden des heiligen Landes betreten, in dem mein Herr Jesus einst lebte und wirkte. Ich durfte mich vor allem an die Lebenshingabe meines Herrn erinnern, der sich für mich so unendlich erniedrigt und hingegeben hat, indem er all meinen Hochmut und meine Selbstgerechtigkeit auf sich genommen hat und für mich den Weg des Kreuzes ging.
Durch die Hausgemeinde von M. J. bin ich groß ermutigt. Durch sie durfte ich meinen Geist erneuern. Sie haben die schwierige Lage und die mehr als 10 fruchtlosen Jahre durch ihr intensives Gebetsleben überwunden. Mit neuer Zuversicht und Vision haben sie neu angefangen dem Pionierungswerk in Israel zu dienen und dürfen Jesu Veränderungsmacht erfahren, die dadurch begonnen hat, das N. und V. zur Bibelschule kamen. Ich habe dadurch über meinen gewohnheitsmäßigen Geist und laues Herz Buße getan.
Indem ich Jesu Weg seines Wirkens in Galiläa, in Gethsemane und bis nach Golgatha gehen und mich an Jesu Hingabe aufgrund Mk 10,45 und Lk 23,34a für mich erinnerte, durfte ich von ganzem herzen meinen Geist erneuern.
Ein Wort: Die Judenmission ist durch Jesu Veränderungsmacht möglich

* Petrusfisch
(Abbildung zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Udo Scheunemann)
