3. Hauptbotschaft von H. Titus Keller
Hinweis: Dies ist eine Übersetzung . Die englische Originalpredigt ist auf der Webseite der Konferenz verfügbar.
Guten Abend, ich heiße Titus Keller. Als ich 17 Jahre alt war, sagte ich zu meinem Bibellehrer: Ja, ich werde zur Sommerbibelkonferenz kommen. Aber zuerst muss ich eine Karateprüfung ablegen. Ich komme einen Tag später. Mein Bibellehrer akzeptierte dies nicht, sondern forderte mich heraus: Trachte zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch das alles zufallen. Ich akzeptierte das, und nach der Konferenz führte Gott es so, dass mir mein Karatemeister nicht nur das Zertifikat gab ohne mich zu testen, sondern – 15 Jahre später – führt er mich hier sogar auf diese Konferenz, um über das Trachten nach dem Reich Gottes zu predigen.
Trachtet vielmehr nach seinem Reich
Lasst uns beten: Lieber himmlischer Vater, danke, dass du mich heute hierhin geführt hast, um über das Trachten nach deinem Reich zu predigen. Öffne bitte unsere Augen für den größten Schatz im Leben, und hilf uns eine klare Entscheidung zu treffen, nämlich nach dem Reich Gottes zu trachten. In Jesu Namen AMEN.
Lukas 12,13-34
Leitvers 12,31
Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch das alles zufallen.
Im heutigen Text erzählt Jesus das Gleichnis über den reichen Kornbauer, der das Ziel im Leben vollkommen verfehlte. Es ist eine Warnung an uns, unsere Herzen nicht an eine materialistische Welt zu verlieren, sondern stattdessen Schätze im Himmel vorzubereiten. Dann lehrt Jesus seine Jünger: Sorgt euch nicht! Stattdessen gibt Jesus ihnen eine klare Lebensorientierung: Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch das alles zufallen!
I. Der reiche Kornbauer (13-21)
Sehen wir uns Vers 13 an. Jesus war wie immer von einer großen Menge umgeben. „Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, dass er mit mir das Erbe teile.“ Wir wissen nicht viel über diesen Mann; aber was wir wissen ist, dass sein Vater starb und sein Bruder das ganze Erbe an sich genommen hatte. Der ältere Bruder hätte nach dem Gesetz Mose das Erbe mit seinem Bruder teilen müssen, aber er nahm alles an sich. Es gibt viele Experten für solche Fälle, die dieser Mann hätte engagieren können, wie einen Anwalt für Erbrecht oder einen Schlichter. Aber die verlangen auch Geld für ihre Arbeit. Jesus verlangte nie Geld für seine Hilfe. Also kam dieser Mann zu Jesus, um durch dessen Autorität zu seinem Geld zu kommen.
Sehen wir uns nun Vers 14 an. „Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschlichter über euch gesetzt? Denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“ Jesus weigerte sich dem Mann auf die Art und Weise zu helfen, die der Mann forderte. Stattdessen warnte er ihn und die Menge: „Seht zu und hütet euch vor aller Habgier.“
Habgier ist ein maßloses Verlangen nach Geld, Reichtum und Macht. Gemäß Kolosser 3,5, ist das wahre Problem der Habgier, dass eine habgierige Person Geld oder Besitz mehr schätzt als Gott. Habgier zerstörte die Beziehung zu seinem Bruder. Habgier machte den Mann blind, so dass er nicht wusste, was er wirklich brauchte.
Jesus sagte: „Denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“ Leben ist weit mehr als Besitz. Du kannst die ganze Welt gewinnen, aber du wirst nicht mehr Leben haben. Weil Leben von Gott kommt und nicht vom Besitz. Genesis 2, 7 sagt: „Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ Als menschliche Geschöpfe brauchen wir eine Beziehung zu unserem Schöpfer, um ein wahres sinnerfülltes Leben und wahre Freude erfahren zu können.
Jesus wollte der Menge helfen, dies besser zu verstehen. Also fing er an ein Gleichnis zu erzählen (Vers 16b-19). „Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!“ Dieser Mann hatte wirklich hart gearbeitet, gesät, geerntet, Scheunen abgerissen, neue und größere gebaut; er war sehr fleißig. Er war ein beispielhafter erfolgreicher reicher junger Mann. Viele beneideten ihn, wenn sie seinen Reichtum und Erfolg sahen. Auch in unserer Zeit versuchen viele Menschen ihr Leben so wie dieser reiche Kornbauer zu führen.
Aber dann passierte etwas Unerwartetes. Jesus fährt fort: (Vers 20) „Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?“ In diesem Moment bekommt das Gleichnis eine neue Perspektive, weil Gott auftaucht und diesen smarten Mann als Narren bezeichnet. Plötzlich werden seine Früchte wertlos, seine Scheunen, sein Dorf und sein ganzes Leben werden wie Staub angesichts des allmächtigen Schöpfers und des ganzen Universums. Am nächsten Tag würde der Mann tot sein, und seine Söhne oder andere würden um sein Erbe streiten. Aber er selbst würde vor Gott treten müssen. Und welchen Besitz hätte er dann? Was wäre die Essenz seines Lebens? Sein Getreide oder seine Früchte? Sein gespartes Geld auf der Bank? Er erkannte, dass er vor Gott nichts haben würde. Jesus schloss das Gleichnis mit den Worten: „So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“ (Vers 21)
Die Menge war nun ganz still. Man hat keine sieben Leben, wie in einem Computerspiel. Man hat nur ein Leben. Es gibt kein Leben auf Probe oder eine weitere Chance. Man lebt bereits sein Leben, und dieser Mann hatte sein einziges Leben als Narr in Gottes Augen gelebt. Das sollte keinem von uns passieren. Also müssen wir uns fragen: Warum war dieser Mann dumm?
Erstens, war er dumm, weil er gegenüber seinem Schöpfer nicht dankbar war (Römer 1, 21). Er nahm alle guten Dinge als selbstverständlich an und dachte, er hätte alles mit seinen eigenen Händen hart erarbeitet und könnte sich nun daran alleine erfreuen. Aber er hatte vergessen, dass Gott der Geber seines Lebens ist. Gott hatte Regen und Sonnenschein gegeben, so dass seine Früchte wachsen konnten. Gott hatte dem Mann zwei gesunde Arme gegeben um zu säen und zu ernten, ein intelligentes Gehirn um erfolgreich sein zu können, und hatte ihm all seinen Besitz geschenkt. Wenn Gott ihn mit all diesen Dingen nicht unterstützt hätte, würde der Mann vor Hunger leiden. Er hätte Gott danken und ihm die Ehre geben sollen, aber er tat es nicht. Er machte seine eigenen Pläne und lebte, als würde es keinen Gott geben. Die Bibel sagt: „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand.“ (Sprüche 9, 10)
Zweitens, war der Mann dumm, weil er sich nicht für die Zukunft vorbereitete (Matthäus 25, 1-13). Er wurde wie ihr und ich nach dem Bilde Gottes für ein ewiges Leben erschaffen. Der reiche Kornbauer bereitete sein physisches Leben auf der Erde gut vor. Er sammelte Früchte auf Erden, aber er bereitete keinen Schatz für sein ewiges Leben vor. Gott tadelte ihn: Du Narr!
Wir leben in einer materialistisch gesinnten Welt. Wir machen uns Pläne und bewerten unseren materiellen Besitz in gleicher Weise wie es der reiche Kornbauer tat. In der aktuellen Finanzkrise müssen viele Menschen erkennen, dass sie an die Sicherheit des Geldes geglaubt haben und diese Sicherheit sich als Illusion herausgestellt hat. Wenn Gott dich heute zu sich rufen würde – welchen Schatz im Himmel würdest du haben? Hast du dir einen Schatz im Himmel vorbereitet?
Viele Medizinstudenten sind sehr enthusiastisch und idealistisch. Aber wenn sie anfangen, als Arzt in der Klinik zu arbeiten, holt sie die Realität ein, und einige fangen sogar an, ihre Patienten zu hassen. Ein erfolgreicher Kollege von mir hat genug von der Medizin. Er ist beinahe Professor, aber will nicht mehr in der Medizin tätig sein. Viele Träume unserer Studienzeit verblassen, und viele Leute realisieren zu spät, dass sie auf dem Weg zum Ziel ihre Herzen verkauft haben. Viele Studenten bemühen sich zu lernen, wie man viel Geld verdient. Aber sie werden wie der reiche Kornbauer enden, wenn sie Gott nicht kennen. Es gibt sehr viele reiche Kornbauern in Europa. Wir sollen unsere Hoffnung jedoch nicht auf Geld oder unseren Besitz setzen. Wir sollen unsere Hoffnung auf Gott und auf sein ewiges Reich setzen.
II. Sorgt euch nicht, sondern trachtet nach seinem Reich! (22-34)
Dann wandte sich Jesus an seine Jünger. Sie waren anders als der reiche Kornbauer. Sie hatten alles verlassen, um Jesus nachzufolgen. Die Jünger machten sich täglich Sorgen um ihr Essen. Jesus verstand ihre Sorgen. Sehen wir uns die Verse 22, 23 an: „Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.“ Die Wahrheit ist: Leben ist mehr als Nahrung und Kleidung. Jesus fing an zu lehren, dass es keinen Grund gibt, sich zu sorgen, und er erklärte warum. Es gibt zwei Gründe:
Erstens: Gott sorgt jeden Tag für dich. Ein Rabe flog über ihre Köpfe und Jesus sagte: „Seht die Raben an: sie säen nicht, sie ernten auch nicht, sie haben auch keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel besser seid ihr als die Vögel!“
Da ich auf der Intensivstation für Frühgeborene arbeite, kümmere ich mich oft um sehr kleine Patienten. Einige wiegen bei Geburt unter 400g. Sie gleichen wirklich einem kleinen Vogel. Aber wenn wir eines von diesen Babies transportieren müssen, siehst man mindestens vier, manchmal mehr, Leute, die zusammenarbeiten und sich konzentrieren und Hilfe anbieten, um dieses kleine Leben zu retten, weil es ein menschliches Wesen ist, selbst wenn es so klein ist. Es ist keine Frage, dass ein menschliches Leben mehr wert ist als das ganze Geld in der Welt. Man ist viel mehr wert als die Vögel. Seid euch sicher, dass Gott für euch sorgt. Aber die Jünger sorgten sich immernoch. Also lehrte Jesus sie weiter.
Zweitens: Sorgen nützen dir in keiner Weise. Sehen wir uns Vers 25 an: „Wer ist unter euch, der, wie sehr er sich auch darum sorgt, seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte?“ Sorgen können das Leben verkürzen, Sorgen nehmen uns viel Energie und verbessern unsere Situation niemals, auch nicht ein wenig. Jesus redete weiter: „Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr euch um das andre?“
Da war eine Lilie in ihrer Schönheit und Jesus zeigte auf sie: „Seht die Lilien an, wie sie wachsen: sie spinnen nicht, sie weben nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!“
Gott kümmert sich sogar um die Schönheit seiner Kinder Er möchte, dass seine wahre Schönheit durch euch scheint. Verschwendet eure Energie nicht mit Sorgen. Was aber sollen wir denn tun?
Lasst uns Vers 31 gemeinsam lesen: „Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch das alles zufallen.“ Das Reich Gottes ist der Ort, wo Gott regiert. Jesus war immer auf das Reich Gottes fokussiert. Er betete: Dein Reich komme! – bevor er um das tägliche Brot bat. Jesus lehrte sein Jünger zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten, dann würde ihnen das alles zufallen.
Als M. Dr. Samuel Yoo am Bett seiner schwerkranken Tochter Grace betete, während er nach dem Reich Gottes trachtete indem er Gottes Mission in Uganda diente, heilte Gott nicht nur seine Tochter komplett von ihrer Krankheit, sondern machte Dr. Samuel Yoo zu einem großen Segen für viele Medizinstudenten in Uganda, indem er sie als Jünger Jesu und zu exzellenten Ärzten erzieht. Gott ließ auch seinen Traum wahrwerden, ein Missionskrankenhaus in Uganda zu bauen, direkt vor der Makarere Universität. Gott segnet uns, wenn wir zuerst nach seinem Reich trachten.
Trachten nach dem Reich Gottes heißt, sich für das Bibelstudium zu entscheiden, anstatt die wichtigste Zeit vor dem Fernseher oder im Internet zu verbringen. Und am Ende wirst man durch das Bibelstudium immer mehr erfrischt, je mehr du dein Herz dafür investierst. Sein Geld dafür zu investieren, dass eine Seele für Jesus gewonnen wird, anstatt alles zu benutzen, um ein bequemes Leben zu führen, ist auch Trachten nach dem Reich Gottes. Wenn man dies tut, ist man ein guter Verwalter über das Leben, das Gott dir gegeben hat. Man wird reich in seinen Augen und wird einen Schatz im Himmel gewinnen.
In Vers 34 kommt Jesus zum Schluss: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ Bereitet euch einen Schatz im Himmel vor, und eure Seelen werden gerettet.
Ich bin, wie wir es nennen, ein Missionar „zweiter Generation“, weil ich der Sohn von H. Volker und M. Petra Keller bin. Ich bin in einer in einer gesegneten Umgebung wie ein Prinz aufgewachsen. Vor zweieinhalb Jahren heiratete ich meine schöne Frau Maria und wir wurden ausgesandt, die medizinische Fakultät in Düsseldorf zu pionieren. Auf einmal waren wir auf uns selbst gestellt und hatten Gottesdienste mit einem Prediger und einem Zuhörer. Wir fühlten uns einsam und vergessen. Aber wir entschieden uns, zuerst nach seinem Reich zu trachten und seiner Verheißung zu vertrauen. Heute kann ich bezeugen, dass sich Gott um uns an jeden einzelnen Tag gekümmert hat. Er hat uns mit einer tieferen und persönlicheren Beziehung zu ihm gesegnet. Woche für Woche wuchsen wir in unserer Liebe zu ihm und zueinander. Er führte uns in die Abhängigkeit von ihm allein, und gleichzeitig in eine neue Freiheit. Ich danke Gott für seine Treue, daß er unser wahrer Schatz ist. Nach dem Reich Gottes zu trachten ist wirklich das gesegneteste und abenteuerlichste Leben, das man wählen kann.
Fazit: Sei nicht dumm, sondern reich bei Gott. Sorge dich nicht, sondern trachte nach seinem Reich!
Lasst uns beten: Lieber himmlischer Vater, danke für das Leben, das du uns anbietest. Hilf uns keine Narren zu sein. Hilf uns, uns keine Sorgen zu machen, sondern vielmehr nach deinem Reich zu trachten und deinen Segen zu erfahren. In Jesu Namen, Amen.
