4. Hauptbotschaft von H. Joachim Dietzel

Ich heiße Joachim Dietzel und komme aus Bonn in Deutschland. Ich habe auch einen koreanischen Namen. Viele neue Missionare, die nach Bonn kamen, konnten meinen Vornamen nicht richtig aussprechen. Statt Joachim sagten sie Johakim. So wurde mein koreanischer Name Kim, Jo-Ha. Kennt ihr die Bedeutung von Kim, Jo-Ha? Kim, Jo-Ha bedeutet: Ich mag Seetang.

JESUS SPRACH: „ES IST VOLLBRACHT!“

Johannes 19, 16b-37
Leitverse 19, 30

„Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht!, und neigte das Haupt und verschied.“

Das Kreuz ist das Symbol des Christentums. Wir können das Kreuz auf jedem Kirchengiebel und jedem Altar finden. Junge Leute tragen gerne silberne oder goldene Kreuze an Halsbändern, und junge Frauen mögen es sogar, kreuzförmige Ohrringe zu tragen. Aber viele, die sich mit Kreuzen schmücken, kennen seine genaue Bedeutung nicht. In der Vergangenheit war das Kreuz ein Symbol der Scham, des Versagens und des Leidens. Aber nach der Zeit Jesu wurde das Kreuz zu einem Symbol des Sieges, des Lebens und der Herrlichkeit. Lasst uns heute die wahre Bedeutung des Kreuzes kennenlernen, indem wir über Jesu Kreuzigung, speziell seine letzte Worte, „Es ist vollbracht!“ nachdenken.

I. Jesus wurde als König der Juden gekreuzigt (16b-27)

In Kapitel 18 verhörte Pilatus, der römische Statthalter Jesus, fand aber keine Grundlage, auf der man ihn anklagen könnte. Um jedoch die Juden zufriedenzustellen, ging er einen Kompromiss ein und verurteilte Jesus zum Tod durch Kreuzigung. Sehen wir uns die Verse 16b und 17 an: „Sie nahmen ihn aber und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha.“ Für gewöhnlich mussten die Verurteilten den etwa 70kg wiegenden Querbalken selber tragen. Jesus war infolge des vergangenen Verhörs völlig erschöpft, hungrig und durstig. Die römischen Soldaten hatten ihn mit ihren Peitschen, die Metallstücken an ihren Enden hatten, gnadenlos ausgepeitscht. Jesu Rücken war eine zerfetzte, blutige Masse. Als er an der Schwelle zum Tod stand, stoppte der Hauptmann ihre grausame Folter. Danach verspotteten ihn die Soldaten, indem sie ihm eine purpurne Robe anlegten, ihm einen Stock als Zepter in die Hand gaben und eine Dornenkrone auf sein Haupt drückten. „Sei gegrüßt, König der Juden!“ spotteten sie. Sie spuckten ihm ins Gesicht und schlugen ihm auf den Kopf. Schließlich legten sie den Balken auf seine Schulter. Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte brach Jesus mehrmals zusammen. Die Soldaten zwangen Simon, der dastand und sich das ganze ansah, Jesu Kreuz zu tragen. Als sie auf Golgatha ankamen, begannen sie mit der Kreuzigung. Sehen wir uns Vers 18a an: „Dort kreuzigten sie ihn.“ Sie rissen Jesu Kleidung runter und legten ihn auf das Kreuz. Ein Soldat griff nach einem schweren Hammer und langen Eisennägeln. Er platzierte einen dieser Nägel über Jesu Handgelenke und trieb sie mit schweren Schlägen in das Kreuz, direkt durch Jesu Handgelenke. Beißender Schmerz erfüllte Jesu ganzen Körper. Blut spritzte aus den Wunden. Die Soldaten wiederholten den Prozess auf der anderen Seite. Schließlich drückten sie Jesu Füße übereinander und hämmerten einen langen Nagel durch sie in das Holz. Dann benutzten sie Seile, um das Kreuz aufzurichten. In diesem Moment schüttelten unbeschreibliche, brennende Schmerzen und Muskelkrämpfe Jesu Körper. Die Qual, die Jesus mit jedem Atemzug erleiden musste, kann mit Worten nicht beschrieben werden. Laut Vers 18b wurde Jesus zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt. Auf diese Weise ließen sie Jesus als den schlimmsten Verbrecher erscheinen.

Warum wurde Jesus, der völlig unschuldig war, auf diese schändlichste und schmerzhafteste Weise hingerichtet? Jesaja weissagte in Kapitel 53, 3-5: „Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Gesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Gemäß der Prophezeiung des Jesaja wurde Jesus an unserer Stelle gekreuzigt. Wir verdienen es, wegen unserer Sünden auf diese schmerzhafteste und schändlichste Weise bestraft zu werden. Jesus wurde verachtet und abgelehnt, er nahm unsere Krankheit auf sich und trug unsere Schmerzen in seinem Leib. Er wurde um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Danke, Jesus.

Was ist „Sünde?“ Sünde ist, Gottes Gebote zu brechen. Jemand, der die Straßenverkehrsordnung nicht befolgt, wird bestraft. Ich habe gehört, daß die Schweiz den härtesten Bußgeldkatalog hat. Dort kann zum Beispiel eine Person zu 10€ Strafe verdonnert werden, wenn sie ein Fahrrad ohne funktionstüchtige Klingel fährt. „Ding, ding, ding…“ Dieser Klang ist nicht in Ordnung. Es muss so klingen: „Ding, dang, dong. Sie müssen 10€ Strafe zahlen.“ Gott gab uns seine heiligen Gebote. Doch wer kann allen Geboten Gottes gehorchen? Sünde bedeutet, den Sinn unseres Lebens zu verfehlen, unser Leben ohne Gott zu führen und Gott undankbar zu sein. Die Sünde bringt uns dazu, Gott aus unserem Leben auszuschließen, so dass wir nach Selbsterfüllung streben und gemäß unserer Lust und Begierde leben, persönliche Ehre statt Gottes Ehre suchen. Heutzutage sind viele Leute aber im Bezug auf die Sünde abgestumpft. Sie denken, dass Sünde harmlos, gar amüsant sei. Doch wenn wir auch den gekreuzigten Jesus schauen, erkennen wir, wie ernsthaft die Sünde ist. Wenn wir auf den gekreuzigten Jesus schauen, erkennen wir, dass der Sünde Lohn der Tod ist (Römer 6, 23). Es sind nicht nur 10€ Strafe, sondern der Tod. Jedoch ist der Tod nicht das Ende. Wir müssen uns auch Gottes Urteil und der ewigen Verdammnis stellen. Viele Leute denken fälschlicherweise, dass mit dem Tod alles vorbei sei. Aus diesem Grund begehen viele Leute Selbstmord, wenn sie auf Probleme stoßen. Aber die Bibel stellt ganz klar fest, dass der Tod nicht das Ende des Lebens ist. Hebräer 9,27 sagt: „Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“ Und sie werden in den Pfuhl geworfen, der mit Feuer und Schwefel brennt. (Offb 21,8) Wir können die Auswirkungen der Sünde schon in diesem Leben sehen: Angst, Unruhe, ein nagendes schlechtes Gewissen, Depressionen usw. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Europa die höchste Selbstmordrate, und die Anzahl von Fällen unter jungen Leuten steigt an. In Europa begehen jedes Jahr 175 pro Million Einwohner Selbstmord, und die Anzahl versuchter Selbstmorde wird auf das 10-15fache geschätzt. Die Menschen leiden dermaßen unter der Macht der Sünde. Aber Jesus nahm alle unsere Sünde auf sich, um uns von der ewigen Strafe zu befreien. Betrachten wir Vers 19: „Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.“ Zu jener Zeit enthüllte eine solche Aufschrift das Verbrechen des jeweiligen Gekreuzigten. Aber im Fall Jesu war dies anders. Dieses Urteil war in den drei damaligen Hauptsprachen aufgeschrieben worden: Hebräisch, der Muttersprache der Juden; Latein, der Weltsprache; und Griechisch, der Kultursprache. Dies offenbart, dass Jesus als Erretter der ganzen Welt gestorben ist. Was bedeutet diese Aufschrift? Jesus wuchs im galiläischen Nazareth auf. Dort begann er sein messianisches Werk und vollbrachte viele Wunder. „Jesus von Nazareth“ bedeutet, dass er der gute Hirte voller Gnade ist. „Jesus von Nazareth“ war ein Freund für einen einsamen Zöllner, Levi, und der wahre Ehemann für eine samaritische Frau. „Jesus von Nazareth“ gab den Blinden das Augenlicht und machte Lahme gehend. Jesus ist alles für alle. „Der König der Juden“ bedeutet, dass Jesus der König der Könige und der Herr der Herren ist. Er ist der verheißene Messias. „Der König der Juden“ regiert unsere Herzen mit Wahrheit, Liebe und Frieden. „Der König der Juden“ ist unsere einzige wahre Hoffnung. Als die Hohenpriester diese Aufschrift sahen, wurden sie ärgerlich. Sie protestierten und sprachen „Schreib nicht ‚Der König der Juden,’ sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.“ Aber Pilatus entgegnete: „Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Seid nicht rebellisch. Geht weg!“

Sehen wir uns die Verse 23 und 24 an. Während Jesus am Kreuz hing, teilten die Soldaten seine Kleidung auf und losten um sein Gewand. Grausam missbrauchten sie Jesu Kreuzigung für einen kleinen materiellen Gewinn. Sie waren ruchlos, gnadenlos und habsüchtig. Doch dies geschah, damit die Schrift erfüllt werde. Jesu Mutter und die beiden anderen Marien standen ebenfalls unter dem Kreuz. Sie weinten ohne aufzuhören. Als Jesus seine Mutter sah, sprach er zu ihr: „Frau, siehe, das ist dein Sohn!“ Und zu dem Jünger, der neben ihr stand, sprach er: „Siehe, das ist deine Mutter!“ Wie wunderbar ist Jesus, der das Leiden einer Person wahrhaft versteht und wahren Trost inmitten schrecklichen Leides gibt. Auf diesem Weg offenbarte Jesus seine wahre Menschlichkeit.

II. Jesus erfüllte Gottes Erlösungswerk (28-37)

Sehen wir uns die Verse 28-30 an: „Danach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet.“ Dieser kurze Satz „Mich dürstet.“ zeigt, wie entschlossen Jesus kämpfte, um Gottes Willen zu gehorchen, sogar bis zum Tode am Kreuz. „Als Jesus nun den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht!, und neigte das Haupt, und verschied.“ Der Tag, an dem Jesus starb, war der Tag vor dem Passafest. Darum wollten die Juden nicht, dass die Leichen an den Kreuzen hängenblieben. Deshalb gingen sie zu Pilatus und baten ihn, ihnen die Beine zu brechen und sie abzunehmen. Die Soldaten brachen den Verbrechern die Beine, sahen jedoch, dass Jesus bereits tot war. In Vers 34 heißt es: „sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.“ Dass Blut und Wasser aus Jesu Körper spritzten, zeigt, dass Jesu Blutkreislauf schon völlig zusammengebrochen war. Johannes fuhr fort: „Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, damit ihr auch glaubt.“ Einige Leute glaubten, dass Jesu Tod nur eine Täuschung oder eine von Menschen erdachte Geschichte sei. Aber als Augenzeuge dieser Begebenheit bezeugte Johannes mit klarer Überzeugung, dass Jesus tatsächlich gestorben ist und sein Kreuzestod eine geschichtliche Tatsache ist. (24,28,36,37) Lesen wir nochmal Vers 30a. „Als er nun den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht!“ Was bedeutet, „Es ist vollbracht?“

Erstens bedeutet es, dass die Schrift erfüllt wurde. Durch Jesu Kreuzestod wurden die Verheißungen des alten Testamentes bis ins kleinste Detail erfüllt. Der Verfasser lehrt uns hier, dass die Bibel die Wahrheit Gottes ist, der wir absolut vertrauen können. Bezüglich des Todes Jesu sagt uns Johannes, dass es nicht nur ein Zufall oder Schicksal oder die Folge seiner Sünden war. Vielmehr war es Gottes Plan und der Höhepunkt des Erlösungswerkes in der Geschichte Gottes.

Zweitens erfüllte Jesus seine Mission. Schauen wir uns noch einmal Vers 28 an. Immer wenn ich nach Hause komme und mich umschaue, sind einige Dinge unvollendet, wie zum Beispiel das Geschirr, die Hausaufgaben meiner Kinder oder einige Reparaturarbeiten. Kennt ihr Franz Schubert? Er ist ein berühmter österreichischer Komponist. Aber er gab sich nicht einmal die Mühe, eine seiner Symphonien zu beenden. Darum wurde diese Symphonie „die Unvollendete“ genannt. Aber Jesus war anders. Niemand außer Jesus, Gottes Sohn, sprach die Worte „Es ist vollbracht!“ am Ende seines Lebens. Die meisten Leute sind voller Trauer, Bitterkeit oder Todesangst im letzten Augenblick ihres Lebens. Johann Wolfgang von Goethes letzte Worte waren „Mehr Licht, mehr Licht!“ Mark Twain lebte äußerlich ein beneidenswertes Leben, aber auf seinem Sterbebett sagte er voller Reue: „Wenn ich doch nur noch einmal leben könnte…“ Jesu letzte Worte jedoch waren voller Siegesgewissheit, weil er wusste, dass mit seinem Tod seine Mission erfüllt sein würde. Jesu letzte Worte offenbaren, dass sein Tod kein Fehlschlag war, sondern der Sieg über die Sünde und den Tod.

Drittens wurde Gottes Erlösungswerk erfüllt. Mit dem Tod Jesu am Kreuz war Gottes Erlösungsplan vollbracht. Zu Zeiten des alten Testamentes musste der Priester nicht nur für seine eigenen Sünden, sondern auch für die Sünden des Volkes mit dem Blut vieler geschlachteter Tiere büßen. Diese Buße hielt allerdings nur einen Moment, und musste wiederholt werden, sobald wieder jemand gesündigt hatte. Jesus Christus opferte sich und vergoss sein Blut für uns als Lösegeld für unsere Sünden. Jesus starb für unsere Sünden, und weil Jesus ohne Sünde ist und aufgrund seiner Auferstehung ewig lebt, ist seine Vergebung auch in Ewigkeit gültig.

Als Jesus sagte: „Es ist vollbracht!,“ verwendet der ursprüngliche Text das Perfekt. Nach dem Duden wird das Perfekt benutzt, um auszudrücken, dass eine vollbrachte Handlung für die Gegenwart noch belangvoll ist. Das bedeutet, dass Jesu Sühneopfer auch heute noch gültig ist. Seine Sühne hat die Macht, nicht nur Leute zu retten, die vor 2000 Jahren lebten, sondern auch dich und diejenigen, die heute leben. Mit seinem Kreuzestod erfüllte Jesus Gottes Plan für unsere Erlösung zu 100%; nicht zu 99%, auch nicht 99,9% Prozent, sondern zu 100%. Um uns zu retten, bezahlte Jesus den vollen Preis für uns. Wenn Jesus nur 99% des Preises bezahlt hätte, müssten wir immer noch 1% aus unserer Kraft erbringen. Aber dies würde nicht gehen, weil wir durch und durch verdorben sind. Wir könnten nicht einmal 1% unserer Schuld zurückzahlen. Selbst wenn wir all unser Geld oder unser ganzes Leben gäben und als Märtyrer für Gott sterben würden, wäre das nichts, weil unser Blut unheilig und sündenverseucht ist. Allein durch die Gnade Gottes sind wir errettet. Epheser 2, 8 lautet: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das ist nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.“ Am Kreuz ist die Liebe Gottes zur Menschheit völlig offenbar. Johannes 3, 16 lautet: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Jeder, der im Glauben zu Jesus kommt, kann Gottes Vergebungsliebe erfahren. Alles, was wir tun müssen, ist, Gottes wertvolles Geschenk, Jesus, der als Lamm Gottes für unsere Sünden gestorben ist, anzunehmen.

Als Martin Luther noch ein Jurastudent war, geriet er in ein schweres Gewitter. Er fürchtete, vom Blitz getroffen zu werden und gelobte, ein Mönch zu werden, sollte Gott sein Leben retten. Als Mönch versuchte er, Gott zu gefallen, indem er täglich zu Gott betete, fastete, und hart arbeitete, um seine Sünde zu überwinden. Er unternahm eine lange Reise nach Rom, wo er zur „Heiligen Stiege“ ging und aufrichtig auf jeder Stufe von unten bis ganz oben betete. Als er aber die oberste Stufe erreichte, hatte er nur wunde Knie, nicht aber den Frieden Gottes im Herzen empfangen. Je mehr er gegen seine Sünde ankämpfte, desto mehr verzweifelte er. Schließlich, nach mehr als zehn Jahren, lernte er die wahre Bedeutung des Kreuzes Jesu kennen, indem er über Römer 1,17 nachdachte, wo es heißt, „Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Luther erkannte, dass Jesus bereits den Preis für seine Sünden bezahlt hatte und er nur Gottes Gnade der Vergebung aus dem Glauben annehmen musste. Als er das tat, kam göttlicher Friede in sein Herz. Mehr noch, Gott veränderte sein Leben und wirkte mächtig durch ihn, indem er ihn für die wertvolle Reformation der korrupten Kirche in der damaligen Zeit verwendete.

Ich war voller Stolz und Selbstherrlichkeit und strebte nach eigener Ehre. Ich wollte den Menschen gefallen, mit meinen Witzen ihre Aufmerksamkeit und mit meinen Leistungen an der Universität ihre Anerkennung bekommen. Ich wurde sehr anpassungsfähig, um es jedem rechtzumachen. Aber ich war in einer Falle aus Lügen gefangen. Außerdem hatte ich dauernd Angst, von den Leuten abgelehnt zu werden. Es war mir nicht möglich, vor einer größeren Menge zu sprechen, ohne dabei Schweißausbrüche zu bekommen und rot anzulaufen. Als ich von M. Mary Shin zum Zweierbibelstudium eingeladen wurde, war ich sehr überrascht, dass sie so locker in ihrem ganz speziellen Deutsch zu mir sprach und mich einfach so einlud. Am Kreuz gab sich Jesus mir, um für meinen selbstsüchtigen Stolz und meine falsche Begierde nach eigener Ehre zu büßen. Als Gott mir durch Jesu Worte am Kreuz, „Es ist vollbracht,“ seine vollkommene Erlöserliebe offenbarte, nahm ich sie aus dem Glauben an. Da gab mir Gott die Gewissheit, dass alle meine Sünden vergeben sind und ich durch die Gnade gerettet bin. Gottes Liebe füllte mein Herz und befreite mich von der Abhängigkeit von und Angst vor den Menschen. Gott gab mir wahre Freude und wahren Frieden. Seine Liebe befreite mich auch, selber hinzugehen und Leute zum Zweierbibelstudium und zum Sonntagsgottesdienst einzuladen. Das Kreuz Jesus veränderte mich von einem wert- und hoffnungslosen Sünder in Gottes auserwähltes Werkzeug für die Weltcampusmission. Preiset Jesus!

Europa ist ein wunderbarer Kontinent. Aber es gibt ein Hauptproblem: Mehr und mehr wird die Sünde relativiert. Die Konsequenzen sind eine Zunahme an Korruption, Gewalt, Verzweiflungstaten wie Selbstmorde und Amokläufe. Auch Einsamkeit, Beziehungsmangel, sexuelle Unmoral und falsche Lehren wie Okkultismus und Götzenanbetung nehmen zu. Die ökonomische und politische Einheit kann nicht Europas wahre Hoffnung sein, solange es im Innern durch den schlechten Einfluss der Sünde zerstört wird. Gottes einzige Hoffnung für Europa ist das Kreuz Jesu. Das Kreuz Jesu verwandelt Trauer in Freude und Schande in Ehre. Das Kreuz Jesu verwandelt Niederlagen in glorreiche Siege. Das Kreuz Jesu besitzt die Macht, unser persönliches Sündenproblem vollständig zu lösen. Lasst uns in dieser Stunde Jesu siegreiche letzte Worte am Kreuz, „Es ist vollbracht!,“ hören und durch den Glauben annehmen. Möge das Kreuz Jesu Europa in einen Segen und einen Missionare baussendenden Kontinent für die Welt verändern.