6. Hauptbotschaft von H. Bruno Aussant

DAS WORT DES HERRN WURDE MÄCHTIG

Apostelgeschichte 19,1-21
Leitwort 19,20

„So breitete sich das Wort aus durch die Kraft des Herrn und wurde mächtig.“

Ich komme aus Frankreich. Wie ihr wisst, ist die Hauptstadt von Frankreich Paris. Die Leute mögen Paris. Jeder will nach Paris fahren, weil es eine Stadt der Kunst, der Mode und des Parfüms ist. Paris ist insbesondere eine romantische Stadt, weil dort junge Bräutigame ihre Flitterwochen verbringen und ihre Braut unter dem Eiffelturm küssen und sagen wollen: „Schatz, ich werde dich ewig lieben.“ In gewisser Weise war Ephesus ähnlich wie Paris. Es war auch eine romantische Stadt. Es war der Ort, wo Antonius und Kleopatra ihre Flitterwochen verbrachten. Aber ich will hier nicht über Flitterwochen reden, sondern über das mächtige Werk Gottes in Ephesus. Gott segnete dort das Werk von Apostel Paulus überreich. Was war das Geheimnis seines Erfolgs? Wir wollen dieses Geheimnis verstehen und lernen, wie wir Gottes Werk dienen sollen, sodass wir ein großartiges Werk Gottes in Europa erleben. Möge Gott uns die Weisheit und die Vision von Apostel Paulus geben!

I. Paulus‘ intensives Bibelstudium mit zwölf Jüngern (1-10)

Betrachten wir Vers 1a. Apostel Paulus befand sich auf seiner dritten Missionsreise. „Und nachdem er einige Zeit geblieben war, brach er wieder auf nach Jerusalem und grüßte die Gemeinde und zog hinab nach Antiochia … dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand“ (18,23; 19,1b). Ephesus war eine wohlhabende Stadt an der Handelsstraße zwischen Rom und dem Orient. Es war eine wichtige Handelsstadt. Aus der ganzen Welt kamen viele Händler, um dort Handel zu treiben. Es war eine kosmopolitische und multikulturelle Stadt. In ihr lebten viele reiche Leute. Alle jungen Studenten in Ephesus hegten den Traum, eine Diesel-Jeans zu kaufen oder ein edles Pferd oder ein schönes Haus. Sie wollten das Leben genießen. Ihr Motto war: „Lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!“ (1. Kor 15,32). Sie tranken viel und gaben ihre Körper dem sexuellen Vergnügen hin. In Ephesus war die Prostitution weit verbreitet. In der Sportarena schauten sich die Leute gerne Gladiatorenkämpfe und andere Spiele an. In Ephesus gab es auch viele Philosophen und verschiedene Weltanschauungen. Deshalb gab es dort zahlreiche Philosophen-Schulen wie etwa die Schule des Tyrannus. Griechische Philosophie und Rhetorik waren auch sehr populär. Daher waren die Leute auf ihre Intelligenz sehr stolz. Darüber hinaus war Ephesus das Zentrum des Artemis-Kults, die von den Griechen Aphrodite und von den Römern Diana genannt wurde und als Göttin der Schönheit und der Fruchtbarkeit verehrt wurde. Eines der größten Ereignisse war die Opferung von Rindern, bei der die Leute ihre privaten Partys bei der Götzenstatue feierten. Die Leute, die in Ephesus lebten, waren dieser götzendienerischen und verdorbenen Umgebung geprägt. Sie trieben sogar Zauberei und Okkultismus als Teil ihres Lebensstils. In dieser Hochburg des Satans schien es unmöglich zu sein, das Wort Gottes einzupflanzen. Aber Apostel Paulus forderte das unmoralische und götzendienerische Ephesus heraus und begann eine heftige geistliche Schlacht. Wie? Hat er eine christliche Armee aufgestellt, um gegen Ephesus zu ziehen und es einzunehmen? Nein. Paulus führte den geistlichen Kampf mit einer mächtigen Waffe: dem Evangelium Christi.

Betrachten wir die Verse 1b-7. Als Paulus nach Ephesus kam, fand er einige Jünger. Als er mit ihnen redete, stellte Paulus fest, dass sie zu ernst waren. Sie lachten nie, selbst als Paulus mit ihnen Spaß machte. Paulus erkannte, dass sie keine Freude hatten. Dann fragte er sie: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“ Sie antworteten: „Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.“ Dann fragte er sie: „Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes.“ Sie führten ein asketisches Leben. Jeden Tag schlugen sie sich an die Brust und taten für ihre Sünden Buße. Sie fasteten mehrmals in der Woche und versuchten, ein reines Leben zu führen, aber sie hatten weder Freude noch Frieden oder Freiheit. Darum predigte Paulus ihnen die Botschaft vom Heil in Jesus: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind” (Röm 8,1). Als sie diese gute Nachricht vom Heil in Jesus Christus hörten, wurden sie von Freude erfüllt. Dann legte Paulus die Hände auf sie und betete, dass der Heilige Geist auf sie kommen möge. Als der Heilige Geist auf sie kam, priesen sie zum ersten Mal Gott: „Hallelujah! Ehre sei Gott! Ehre sei Jesus, der Macht des Heils!“, und sie redeten in Zungen und weissagten. Sie predigten das Wort Gottes kräftig. Sie waren wiedergeboren! Wow! Auf diese Weise begann Paulus‘ Werk in Ephesus gut.

Betrachten wir die Verse 8-9a. Paulus wurde sehr ermutigt. Er hatte eine Vision, ganz Ephesus zu evangelisieren. Wie üblich ging Paulus einmal in der Woche in die Synagoge und redete drei Monate lang mutig und mit Leidenschaft und Begeisterung, lehrte und überzeugte sie von dem Reich Gottes. Aber unerwarteter Weise wurden einige der Leute verstockt und glaubten nicht. Vielleicht entschieden sie sich, nicht zu glauben. Doch nicht nur das, sie redeten vor der Menge übel von der Lehre. Sie vergifteten die Herzen und Gedanken der Leute. Selbst der Glaube der zwölf Jünger geriet durch ihre Erwiderung ins Schwanken. Was tat Paulus in diesem kritischen Moment? Betrachten wir die Verse 9b-10a. „… trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus. Und das geschah zwei Jahre lang …“ Das Evangelium kann in keiner Situation geändert werden, aber die Methode kann dem jeweiligen Missionsfeld entsprechend geändert werden. Paulus erkannte, dass die traditionelle Methode nicht wirkte, daher vollzog er eine drastische Änderung seiner Strategie. Dies war ein großer Paradigmenwechsel. Paulus verließ die Menge und konzentrierte sich auf diejenigen, die einen geistlichen Wunsch hatten. Er veranstaltete täglich Gespräche in der Schule des Tyrannus. Die Leute hatten fixe Gedanken dass das Wort Gottes nur in der Synagoge gepredigt werden sollte, aber Paulus mietete die Schule des Tyrannus. Die Schule des Tyrannus war ein Ort, wo Philosophen und Redner lehrten. Am Vormittag wurden die Räume dieser Schule für Philosophievorlesungen genutzt. In der Mittagshitze zwischen 11 und 16 Uhr waren diese Räume leer. Also mietete Paulus diese Räume, weil es eine ideale Zeit und ein idealer Ort für das Bibelstudium war.

Wie wir in den vorangehenden Kapiteln sehen, war Paulus ein Zeltmacher-Missionar (20,34-35). Er arbeitet vormittags, um für seinen Lebensunterhalt zu sorgen, und ging nach der Arbeit zur Tyrannusschule. Nach einem Arbeitstag wollen sich viele Leute entspannen, indem sie Bier trinken oder in einem Fitnessstudio Sport treiben oder ein Nickerchen machen. Aber Paulus eilte, sobald er mit der Arbeit fertig war, zur Tyrannusschule und begann mit mehrstündigen Bibelgesprächen. Bis dahin hatte Paulus die Botschaft des Evangeliums einseitig und öffentlich verkündigt, aber dann erkannte er, dass das nicht wirkte. Daher übernahm er Sokrates‘ Unterrichtsmethode: Diskussionen mit Frage und Antwort aufgrund von Gottes Wort. Paulus predigte nicht einseitig, vielmehr ermutigte er alle Teilnehmer dazu, sich aktiv am Bibelstudium zu beteiligen. Menschen reden gerne, besonders Franzosen. Daher gebrauchte Paulus diese Methode des Bibelstudiums. Viele Leute nahmen an diesen Treffen teil, einschließlich der zwölf Jünger, die im Wort Gottes stärker wurden.

Betrachten wir Vers 10: “Und das geschah zwei Jahre lang, sodass alle, die in der Provinz Asien wohnten, das Wort des Herrn hörten.” Paulus hatte in der Tyrannus-Schule Bibelstudium, nicht wöchentlich Bibelstudium wie in der Synagoge, sondern zwei ganze Jahre lang täglich Bibelstudium. Das heißt, dass sie insgesamt 730 Bibelstudien hatten. Wow! 730 Bibelstudien! Dies ist ein anderes Geheimnis von Paulus‘ fruchtbarem Werk in Ephesus: intensives Bibelstudium. Dies war nicht Paulus‘ eigene Idee. Paulus lernte dies von Jesus. Jesus lehrte das Wort Gottes täglich vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Durch dieses intensive Bibelstudium wurden Jesu Jünger von weltlichen Menschen zu großen geistlichen Männern Gottes verändert.

Tägliches Bibelstudium ist nicht einfach; es erfordert viel Energie und Kraft. Es ist unmöglich, dies täglich aus Pflicht zu tun. Es ist nur möglich, wenn wir ein Hirtenherz haben. Wenn wir das Evangelium betrachten, erkennen wir, dass Jesus ein großes Hirtenherz hatten.

Eines Tages unternahmen Jesus und seine Jünger nach einem harten Arbeitstag eine Erholungsreise zu einem einsamen Ort, aber viele, die sie weggehen sahen, rannten zu Fuß dorthin und kamen vor ihnen an. Was für eine große Last! Mit der Erholung war es aus! Doch als Jesus an Land kam und die große Menge sah, hatte er Mitleid mit ihnen, weil sie wie Schafe ohne Hirten waren. Aus seinem Hirtenherzen heraus begann er eine lange Predigt (Mk 6,30-34). Er hieß alle Leute willkommen, die zu ihm kamen, um sein Wort zu hören. Paulus lernte Jesu Hirtenherz. In Apostelgeschichte 20,19.20a bekannte Paulus: „… wie ich dem Herrn gedient habe in aller Demut und mit Tränen und unter Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfahren sind. Ich habe euch nichts vorenthalten, was nützlich ist …“ Selbst mitten im Leiden predigte Paulus das Evangelium mit einem unveränderlichen Hirtenherz.

Am Anfang sah Paulus’ Bibelstudium in der Schule des Tyrannus für viele Leute absolut unbedeutend aus. Es war bloß „Paulus‘ Bibel-Verein“. Aber das Wort Gottes wirkte und wuchs in den Herzen der Teilnehmer. Dieses senfkornartige Bibelstudium wurde so berühmt, dass alle, die in der Provinz Asien wohnten, das Wort des Herrn hörten, Juden und Griechen (10b). Das Evangelium breitete sich von Mund zu Mund in der ganzen Provinz Asien aus. Es war ein erstaunliches Werk ohne Mobiltelefone, Radio, Fernsehen, E-mails oder Facebook. Diejenigen, die vom Wort Gottes berührt wurden, erzählten ihren Eltern, Freunden und Nachbarn davon und luden sie dazu ein, an Pauls‘ Bibelstudium teilzunehmen. Auf diese Weise wuchs ihre Zahl beständig. Ein großartiges Werk des Heiligen Geistes war in Ephesus entfacht worden.

II. Eine große geistliche Erweckungsbewegung in Ephesus (11-21)

Sehen wir uns die Verse 11 und 12 an: „Und Gott wirkte nicht geringe Taten durch die Hände des Paulus. So hielten sie auch die Schweißtücher und andere Tücher, die er auf seiner Haut getragen hatte, über die Kranken, und die Krankheiten wichen von ihnen und die bösen Geister fuhren aus.“ Gott unterstützte Paulus‘ Werk des Wortes mit Wundern. Die Kraft Gottes in Paulus war so stark, dass „sie auch Schweißtücher und andere Tücher, die er auf seine Haut getragen hatte, über die Kranken hielten, und die Krankheiten wichen von ihnen und die bösen Geister fuhren aus.“ Sogar Paulus‘ schmutzige Servietten hatten Kraft, die Kranken zu heilen und böse Geister auszutreiben. Bei jeder Mahlzeit beobachteten die Leute Paulus und passten besonders auf, wann er sich den Mund abwischte, und sobald das Essen vorbei war, kämpften sie um Paulus‘ Servietten, die mit Spuren von Soße und Schokoladenflecken bedeckt waren, und hielten sie auf ihr Gesicht, um geheilt zu werden.

Betrachten wir die Verse 13-16. Viele Leute wurden auf Paulus‘ Werk neidisch. Unter ihnen waren sieben Söhne eines gewissen Skevas, eines jüdischen Hohenpriesters. Eines Tages wurden sie gerufen, einen besessenen Mann zu heilen. Sie bildeten einen Kreis um ihn, erhoben ihre Hände und riefen gemeinsam: „Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt.“ Der böse Geist antwortete ihnen: „Jesus kenne ich wohl und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr?“ Dann stürzte sich der Mann, der die bösen Geister hatte, auf sie und überwältigte sie alle. Er richtete sie so übel zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. Diese Verse lehren uns, dass wir ohne die Hilfe des Heiligen Geistes das Werk des Wortes Gottes nicht nachmachen können.

Betrachten wir Vers 17. „Das aber wurde allen bekannt, die in Ephesus wohnten, Juden und Griechen; und Furcht befiel sie alle und der Name des Herrn Jesus wurde hoch gelobt.“ Als sich die Nachricht von diesem Ereignis in der ganzen Gegend verbreitete, wurden alle von einer tiefen Furcht ergriffen. In Vers 18 sehen wir, dass viele kamen und ihre Vergehen offen bekannten. Diejenigen, die sich während jener zwei Jahre geweigert hatten zu glauben, kamen schließlich mit Tränen der Buße zu dem Herrn, und der Name des Herrn Jesus wurde hoch gelobt. Dies war eine Folge des Wirkens des Heiligen Geistes.

Diese Bußbewegung war von konkreten Taten begleitet. Nach Vers 19 brachten viele, die Zauberei getrieben hatten, die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich und berechneten, was sie wert waren, und kamen auf fünfzigtausend Silbergroschen. Fünfzigtausend Silbergroschen entspricht mehr als drei Millionen Euro. Götzenverehrung war in Ephesus so ernst, dass viele Leute Bücher über Zauberei hatten und in ihren Häusern Zauberei trieben. Damals waren Bücher von Hand geschrieben und sehr teuer. Die große Menge an Büchern zeigt, wie wichtig den Leuten diese okkulten Praktiken waren. Aber durch die Gnade Gottes verbrannten sie ihre Zauberbücher öffentlich. Sie wollten nun ein neues Leben in Jesus führen.

Lesen wir Vers 20. „So breitete sich das Wort aus durch die Kraft des Herrn und wurde mächtig.“ Die Leute in Ephesus hielten Zauberei und Götzendienst für normale Praktiken. Sie meinten, dass das Teil ihrer Kultur und ihres Lebensstils wäre. Sie hatten kein Sündenbewusstsein. Sie wurden von bösen Geistern gequält. Als sie aber durch intensives Bibelstudium Jesus Christus als ihren Retter annahmen, erkannten sie, dass sie vor Gott Sünder waren. Als sie ihre Sünden bekannten, wurden ihre Sünden vergeben. Ihre Herzen wurden mit himmlischer Freude erfüllt. Sie wurden von der Macht der bösen Geister befreit, sodass sie keine Furcht mehr hatten und all ihre Zauberbücher verbrannten. Dies war eine mutige Glaubenstat. Es war nur durch die Macht des Wortes Gottes möglich. Auf diese Weise breitete sich das Wort des Herrn weit aus und überwand alle Arten von bösen Mächten. Es war ein großartiger Sieg in Gott.

Wenn wir die Situation in Europa betrachten, können wir viele Ähnlichkeiten mit Ephesus finden. Die Menschen haben viele Götzen: Geld, ihre äußere Erscheinung, Autos, Videospiele, Sport und das Internet. Humanismus und Unmoral haben unser tägliches Leben durchdrungen. Seit dem Aufkommen des Internets wurde die sexuelle Unmoral so stark wie nie zuvor. Die Gewalt nimmt ständig zu. Sogar Christen sind von Gott abgefallen und führen ihr Leben mit vielen Kompromissen. Sie sind kein Einfluss auf die Welt mehr, sondern werden von der Welt bestimmt. Die Mehrheit unserer UBF-Gemeinden in Europa sind Hausgemeinden, die aus ein oder zwei Familien bestehen. Wie können wir den Götzendienst und die Sünde ganzer Länder überwinden, wenn wir so klein sind? Als Paulus sich auf einige Jünger und intensives Bibelstudium konzentrierte, überwand er die sündige Kultur in Ephesus, und die ganze Provinz Asien wurde verändert. In der gleichen Weise können wir die europäische Kultur durch intensives Bibelstudium und das Werk der Jüngererziehung überwinden. Wir müssen glauben, dass wenn auch nur eine Person verändert wird, das ganze Land verändert werden kann. Wir werden bestimmt eine großartige Erweckungsbewegung in Europa erleben!

Vor 25 Jahren began Gott sein Werk in Frankreich durch einen koreanischen Missionar. Später sandte Gott weitere Missionare. Viele französische Studenten kamen und gingen. Es sah aus, als ob es unmöglich wäre, stolze französische Intellektuelle, die im Humanismus und traditionellem Christentum tief verwurzeln sind, zu verändern. Aber unsere Missionare pflanzten das Wort Gottes treu und mutig in französische Studenten ein. Als die Missionare ausharrten, veränderte Gott schließlich typisch französische Studenten durch das Zweierbibelstudium. Gott stellte französische Hausgemeinden auf, die mit den Missionaren zusammenarbeiten konnten. Es gibt auch wachsende Jünger, die sich für das Evangeliumswerk in Frankreich entschieden haben. Ich bin einer von ihnen. Ich war ein typischer junger Franzose. Ich wuchs in einer liebevollen Familie auf und erhielt eine traditionell katholische Erziehung, hatte aber keine Vorstellung von Sünde. Durch das Zweierbibelstudium entdeckte ich, dass ich verloren war und unter Gottes Zorn stand. Ich war ein Sünder, der seinen sündigen Begierden nachgab. Ich war auch ein zorniger Mann. Ich hatte weder Hoffnung noch Vision. Aber Gott hatte Hoffnung für mich. Er veränderte mich durch das Zweierbibelstudium. Als ich Buße tat und annahm, dass Christus am Kreuz für die Vergebung meiner Sünde gestorben ist, wurde ich von Schuld und Fatalismus befreit und fing ein neues Leben an. Aber diese Veränderung war nicht nur für mich. Durch meine Veränderung gab Gott uns die Vision und Hoffnung, dass viele junge Franzosen zu Christus kommen können. Und dass Frankreich verändert werden und als heilige Nation gebraucht werden kann, um alle europäischen Länder zu segnen und viele Länder in der Welt, besonders Französisch sprechende Länder.

Lasst uns zum Text zurückkommen. Als Paulus das mächtige Werk des Heiligen Geistes in Ephesus sah, hatte er eine Vision, dass die ganze Welt durch das Evangelium von Jesus verändert würde. Betrachten wir Vers 21: „Als das geschehen war, nahm sich Paulus im Geist vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, und sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen.” Paulus glaubte, dass Gott mit dem Evangelium Rom erobern würde, wie er es mit Ephesus getan hatte. Paulus brannte mit der Vision, das Evangelium über die römischen Straßen auf die ganze Welt auszubreiten. Paulus glaubte, dass Gottes Reich noch während seiner Lebzeiten auf Erden wie im Himmel kommen würde. Diese Vision war die Frucht seines Gehorsams gegenüber dem Heiligen Geist. Gott segnete seine Vision, und 250 Jahre später wurde Rom eine christliche Stadt.

Heute haben wir durch dieses Wort das Geheimnis eines gesegneten und fruchtbaren Werkes gesehen: die Abhängigkeit vom Heiligen Geist. Paulus gab sich dem Heiligen Geist hin und diente der Gemeinde in Ephesus durch intensives Bibelstudium und Jüngererziehungswerk treu. Gott segnete seine Hingabe und Glauben und vollbrachte ein großartiges Werk in Ephesus. Die Erweckung in Ephesus war so beeindruckend, dass sie in der ganzen christlichen Welt widerhallte. Möge Gott uns einen herausfordernden Geist und die Vision geben, Europäern durch intensives Bibelstudium und Jüngererziehungswerk zu dienen, sodass wir eine großartige Erweckung in Europa sehen werden! Amen!