In der Presse

Sarah Barry, die Mutter von 1.500 Missionaren und UBF–Gründerin

Leidenschaft für die Mission Gottes… “Ich möchte die Bibel in Yeonbyun und in Nordkorea predigen” [18.4.2008, 11:32]

Ich habe ein Interview mit Missionarin Sarah Barry arrangiert, die im Alter von 25 Jahren nach Korea gekommen war und UBF gegründet hat. Als ich einen Artikel über UBF las und somit mehr über UBF und Sarah Barry erfuhr, war ich über das Interview sehr erfreut. Ihr Leben ist wie ein Abenteuer.

Geboren wurde sie in einer reichen Familie in den USA. Nachdem sie die Universität abschloss, gab sie alles auf und kam sie als Missionarin in das vom Krieg zerstörte Land Korea. Die von ihr gegründete UBF (Universität Bibel Freundschaft) wuchs nach vielen Höhen und Tiefen zu einer Organisation in Korea, die weltweit am meisten Missionare ausgesandt hat.

Am 16. April besuchte ich sie im Hauptquartier von UBF, in der Chongro Straße Nr. 5. Ich kam früher an und wartete auf sie. Endlich kam sie. Sie hatte braune Augen und weißes Haar und mit einem Grinsen eines Mädchens sagte sie “Welch eine Freude Sie zu treffen!”

Vor dem Interview sagte sie mir, dass sie ein langweiliger Mensch sei. Als ich jedoch ihr nettes und warmes Lächeln bemerkte, konnte ich ihr nicht glauben. Auf meine Fragen antwortete sie wie von einem Lehrbuch. Da war keine Dekoration in ihren Antworten – ihr Leben war wie ein Beispiel.

- Es ist schon eine Zeit her, dass du Korea besucht hast.

Ja, ich habe mich beeilt zu kommen, da Pastor Moses Kim (Kwan-Ok), der die Bibel mit mir studiert hat, verstorben ist. Ich habe an seiner Beerdigungsfeier teilgenommen und seine Heimatstadt DamYang besucht. Ich habe auch Kwangju, wo UBF ihren Ursprung hat, besucht und einige Minister getroffen.

-Hat Korea sich viel verändert?

Allerdings. Als ich zum ersten Mal kam, waren alle Häuser in Kwangju mit Stroh gedeckt, heute jedoch gibt es keine von diesen Häusern. Die Straßen waren voll von Kieseln, heute jedoch sind sie alle sehr gut geebnet. Das Interessanteste sind die Toiletten an der Tankstelle auf der Autobahn. Sie sind sehr schön – mit schönen Blumen… sie waren so schön, dass ich sogar Fotos schoss. In den USA gibt es keine solcher schönen Toiletten…

Als sie über die Toiletten sprach, fragte sie mich, ob ich jemals strohgedeckte Häuser oder konventionelle Toiletten gesehen habe. Ich sagte ihr, dass ich solche nur in einem Museum gesehen habe. Dann sagte sie, “Habe ich dir nicht gesagt… Gott hat Korea so reichlich gesegnet, dass er vieles entwickelt hat.”

-Als du zum ersten Mal nach Korea kamst, waren wahrscheinlich nicht viele Ausländer dort. Du musst berühmt sein.

Zunächst habe ich in einer kleinen Stadt in Kwangju gelebt. Da waren keine Ausländer. Wenn ich aus der Stadt ging, folgten mir oft kleine Kinder. Einige von ihnen ritzten sogar ein Loch an ihrer Tür, um mich zu sehen.

-Hat es dich denn nicht geärgert?

Nein. Es war interessant. Ich mochte die kleinen koreanischen Städte. Ich genoss es, ihre Lebensweise zu sehen. Ich sah auch die Hochzeitszeremonie, die Beerdigung, wie sie töpferten und wie sie Papier herstellten. Ich wusste nicht viel über Korea – alles war interessant, sodass ich den koreanischen Brauch kennen lernen wollte.

Missionarin Sarah Barry antwortete auf einige Fragen ohne zu zögern in Koreanisch.

- Dein Koreanisch ist hervorragend. Wie lange hast du die Sprache gelernt?

Nein. Ich kann sie nicht so gut sprechen. Meine Zunge hat einen Knoten. Als ich zum ersten Mal nach Korea kam, empfahl mir die Amerikanische Südländische Presbyterianer Kirche, in zwei Jahren Koreanisch zu studieren. Für zwei Jahre lernte ich lediglich Koreanisch von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Vorgetragen und auswendig gelernt… Ich habe auch in der Kirche gelernt.

-Die Studenten früher und heute - sind sie nicht sehr verschieden?

Ja, in der Tat. Nach dem Krieg war die Zeit sehr passend und die Studenten kämpften für Demokratie und das Leben war hart. Sie hatten keine Hoffnung und wussten nicht, was sie tun sollten. Sie lernten sehr gerne, um eine Vision zu haben. Nun sind die Studenten reich. Sie können sich reichlich vergnügen und überall hin reisen.

-UBF hat mehr als 1.500 Missionare ausgesandt. Sie ist langfristig die Nummer 1 in dem Land. Was denkst du über diese großartige Frucht?

Nach einer kurzen Zeit Pause zeigte sie ihre Coolness und sagte sie: “Ich habe nicht viel gemacht.”

Ich habe die Bibel und Englisch gelernt. Ich sehe keine Verbindung zwischen der Frucht und dem, was ich getan habe. Dieses Werk geschah durch die Gebete und Hingabe des verstorbenen Missionars Samuel Lee (UBF Mitbegründer) und der anfänglichen Mitglieder wie Pastor John Jun (Aktueller Direktor von UBF).

-Hast nicht du die anfänglichen Mitglieder gelehrt? Du bist sehr demütig.

Ich habe sie gelehrt, aber nicht alleine. Es war ein Werk der Zusammenarbeit.

Pastor Samuel Lee (Aktueller Direktor von Korea UBF), der neben ihr saß, hatte Mitleid mit ihr, als ihre Hingabe nicht richtig zum Vorschein kam, sodass er hinzufügte, “Missionarin Sarah Barry ist die Glaubensstammmutter und die geistliche Mutter für alle UBF Mitglieder. Sie ist ein Vorbild und eine Vorsteherin.”

Missionarin Sarah Barry bedankte sich, “Dankeschön. Ich bin gerührt. Danke.” bevor er mit seiner Rede überhaupt fertig war.

-An wie viele UBF Mitglieder kannst du dich erinnern?

“Ich besuchte viele UBF Zentren in der ganzen Welt, als ich UBF - Direktorin von 2002 bis 2006 war. All diejenigen, die ich in dieser Zeit getroffen habe, kenne ich. Leider bin ich den neuen UBF–Leitern noch nicht so vertraut.”

-Seit 1977 bist du in Amerika geblieben… welche Art von Aufgaben hast du bisher erfüllt?

“Ich habe die Bibel gelehrt, so wie ich es in Korea getan habe. Die meiste Zeit habe ich damit verbracht, die Bibel zu lehren.”

Ich möchte die Bibel in Yeonbyun und in Nordkorea lehren

-Du bist ledig.

“Ich fand keine passende Person für mich. Darüber hinaus war ich zu beschäftigt, als dass ich mir über dieses Thema Gedanken machen konnte. Wenn ich jedoch jetzt eine gute Person finden könnte, würde ich heiraten, auch wenn es ein bisschen spät sein mag.”

Diejenigen, die mit Missionarin Sarah dort waren, lachten sehr laut. Die Stimmung wurde freundlicher.

-Du bist jetzt 77 Jahre alt. Was möchtest du für den Rest deines Lebens tun?

“Ich möchte nach Yeonbyun, China gehen und dort Englisch sowie die Bibel lehren. Dort gibt es viele Koreaner. Ich möchte auch nach Nordkorea, aber ich weiß nicht, wann die Tür für das Evangelium geöffnet wird.”

-Dein lebenslanges Werk scheint sehr auf Koreaner fokussiert zu sein. Woher kommt diese Liebe zu den Koreanern?

“Ich weiß nicht. Vielleicht habe ich sehr viel Liebe empfangen, als ich in meinem jungen Alter hierhin kam. Vielleicht war es Gott, der mir diese Liebe zu den Koreanern gab.”

-Warst du jemals besorgt?

“Nein.”

-Irgendwelche Schwierigkeiten gehabt?

Um sich recht zu entsinnen, dachte sie für eine kurze Weile nach und sagte, “Als UBF versuchte, andere Orte außerhalb von Kwangju zu pionieren, waren wir wegen politischer Gründe behindert und es war sehr schwer.” Wann war für dich der glücklichste Moment? Als Menschen Jesus persönlich begegnet waren. Dann sagte sie lächelnd, “Habe ich dir nicht schon am Anfang gesagt, ich bin ein langweiliger Mensch”

-Was passierte mit NAE (National Association of Evangelicals)?

“Es passierte wegen mir (UBF schloss sich 1995 der NAE an und wurde 2003 annuliert). Ein Mitglied, der UBF verließ, schrieb der NAE einen beleidigenden Brief. So drängten sie mich, mich zu sehen, ob es wahr war. Weil ich aber keine bösen Worte sprechen wollte, schwieg ich. Als ich aber nichts sagte, annulierten sie UBF von der Mitgliedschaft. Es ist ganz und gar meine Verantwortung. Neuerdings kontaktierte mich jedoch der NAE Präsident, um sich bei mir zu entschuldigen. In diesem Jahr wurde die Mitgliedschaft zu UBF offiziell wiederhergestellt.”

-Kannst du dein Leben selber erläutern?

“Als Jesus in diese Welt kam, lebte er mit den Menschen. Ich habe mich bemüht, mit denjenigen zu leben, die ich zu bekehren versuchte. Es ist eine Bemühung darum, wie Jesus zu leben.”

-Was für eine Organisation soll UBF sein?

“Ich hoffe, dass UBF eine Gemeinschaft werden kann, die von Gott gebraucht wird. Wenn es eine Gemeinschaft wird, die Gott nicht gebrauchen kann, hoffe ich, dass die Gemeinde lieber zugrunde geht.”

-Hast du schon einmal an eine Autobiographie gedacht?

“Noch nicht. Ich weiß auch gar nicht, was ich schreiben soll. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich Zeit dafür habe. Mein Leben ist einfach. Darum könnte sie langweilig werden.”

Wenn es aber eine Geschichte über einen Menschen mit mehr als 50 Jahren Campusmission ist, wird es ein großer Begleiter für diejenigen sein, die eine Vision für die Campusmission haben, sagte ich. Dann sagte sie mit einem Lächeln, “Danke!”.

Nach dem Interview fragte sie mich, ob ich eine Christin sei und ob ich eine Berufung von Gott habe. Wenn ich gesagt hätte, dass ich keine Christin sei, wäre sie bereit gewesen, mir dort die Bibel zu lehren. Als ich den Hintergrund einer Missionarin sah, die ihr ganzes Leben für die koreanische Mission hingab, dachte ich, dass es sehr schön war und ich konnte nicht anders, als eine Koreanerin mich bei ihr zu bedanken, die die Hilfe des Evangeliums empfangen hat.

-Missionarin Sarah Barry -

Sie war eine Missionarin von der Amerikanischen Südländischen Presbyterianer Kirche und Mitbegründerin von UBF. 1955 kam sie im Alter von 25 Jahren nach Korea und 1961 gründete sie mit dem verstorbenen Missionar Samuel Lee die UBF Gemeinde. Die UBF Bewegung begann in Kwangju und breitete sich in Daejun und Seoul und vielen Kirchen aus. Viele Kirchen wurden in den zentralen Städten Koreas gegründet. UBF hat 1.500 Missionare in 87 Länder ausgesandt. 1977 kam sie nach Amerika zurück und gründete sie UBF Weltmissionshauptquartiere in Chicago. Von 2002 bis 2006 war sie Direktorin von UBF. Nun lehrt sie Studenten und UBF-Leiter in den Hauptquartieren die Bibel.

Journalist Minae Lee malee@chtoday.co.kr

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